Freitag, 11. Juni 2010

Betriebspraktikum als Fachinformatiker

Hallo, ich habe vom 17. Mai bis zum 11. Juni mein Schulpraktikum bei der Firma ITworks! verbracht.

Tagesberichte


Montag 17.05.:

Zuerst wurden mir ein paar Mitarbeiter vorgestellt und ich bekam einen Arbeitsplatz eingerichtet. Meine erste Aufgabe wurde mir von Herr Heuschreiber zugeteilt. Es war die Überprüfung eines dLAN Geräts (dLAN 200 AV Wireless G) eine Kombination aus WLAN und PLC (Netzwerk über Stromleitungen). Nach einer Kundenaussage würde das Gerät keine IP empfangen. Mit einiger Hilfe konnte es neu konfiguriert bzw. die ursprüngliche Konfiguration wiederhergestellt werden.
Als nächstes sollte ich ein neues Fujitsu Notebook einrichten (Installation von Windows 7, Kaspersky Internet Security 2010, und Anwendungsprogrammen wie Microsoft Office 2007 Basic, Adobe Reader usw.) und im Gerätemanager überprüfen ob alle Geräte erkannt bzw. richtig installiert sind.


Dienstag 18.05.:

An diesem Tag war ich das erste Mal bei einem Außeneinsatz in Ayl bei einem Elektrogroßfachhandel dabei. Der Kunde dort hatte ein Problem mit dem Empfang von Faxen. Es wurde über VPN (Virtual Private Network- einer verschlüsselten Verbindung über das Internet um auf einen Server zuzugreifen) auf den ITworks-Server zugegriffen und von diesem aus Faxe zur Probe gesendet. Diese waren jedoch alle fehlerfrei. Unser Aufenthalt in Ayl war hiermit schnell beendet.


Donnerstag 20.05.:

An diesem Tag konnte ich ein defektes Notebookdisplay in seine Einzelteile zerlegen:



Montag 24.5.-Freitag 28.5.:

In dieser Woche arbeitete ich jeden Tag zeitweise an einer Statistik. Ich habe eine schon bearbeitete Excel-Liste mit Keywords zu einem Thema bekommen. Diese Schlüsselwörter mussten in Google gesucht und die Links der ersten Ergebnisse in die Liste kopiert werden.
Wie oft bestimmte Wörter gesucht werden lässt sich mit einem Google eigenen Tool herausfinden. Je öfter solche Schlüsselwörter auf einer Website erwähnt werden desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Seite bei diesen Keywords in der Liste der Googleergebnisse erscheint. Allerdings darf das Verhältnis der Schlüsselwörter zum gesamten Text nicht zu hoch sein. Ein Prozentsatz von 0,5-4% ist normal. Dieses einzuhalten und gleichzeitig die Position der Website bei den Suchergebnissen weit oben zu halten ist die Aufgabe der Programmierer und SEO-ler (SEO = Search Engine Optimization).
In der Statistik, an der ich arbeitete, waren bereits, wie schon erwähnt, Keywords deren monatliches Suchvolumen, die Mitbewerber und schon frühere Links zu Suchergebnissen eingetragen. Ich fügte nur die aktuellen hinzu.

Montag 31.5.:

An diesem Tag habe ich eine defekte 250 GB Festplatte auseinander gebaut:

Das Innere der Festplatte


Die Platten


Der Lesearm ( Actuatorarm)



Mittwoch 2.6.:

Heute waren wir den ganzen Morgen auf einem Außeneinsatz in einem Altenheim. Dort sollte dringend eine neue Software (Sinfonie) auf dem lokalen Server installiert werden. Nach Empfehlung des Herstellers mußte die Datenmank allerdings auf einem weiteren virtuellen Server eingerichtet werden. Auf dem Zweitserver wurde ein virtueller Server gestartet, auf welchem die Datenbank des Programms Sinfonie gespeichert wurde. Die Client Software wurde auf dem Terminalserver (Erstserver) installiert und ermöglicht den Benutzern, welche der Domäne des Servers angehören und vom Domänenkontrollserver die entsprechenden Rechte erhalten, den Zugriff auf Sinfonie. Nach einigen Problemen, weiteren Konfigurationen und 6 Stunden Arbeit funktionierte die Software.

Dienstag 8.6.:

Ich durfte an diesem Tag bei einer Auslieferung an die Zentrale des regionalen Versorgungsbetriebs mitfahren. Es wurden einige Grafikkarten, Mäuse und 10 TFT Monitore geliefert. Außerdem wurde mir das sehr große Rechenzentrum, über welches z.B. unser Internet, Telefonanlagen aber vor allem die Verwaltung des Betriebs selber läuft, gezeigt und erklärt. Es besteht aus mehreren Räumen. Einer für die Telefonverbindungen, ein anderer für die Storage (Ansammlung von vielen Datenträgern, auf welchen alle Datenbanken gespeichert werden), welche in diesem Fall in mehreren Serverschränken mit Festplatten untergebracht ist. In einem anderen Raum befinden sich die Server. Über die Server läuft die ganze Verwaltung der Verbindungen sowohl für die öffentlichen als auch die des Netzwerks des Unternehmens. Auch wird das Überprüfen und Steuern vieler externer Anlagen von den Servern übernommen. Der Teil, über welche alle Verbindungen eingehen, ist für die Sicherheit eingerichtet, d.h. auf diesen Servern sind Firewalls, Virenscanner und andere Sicherheitssoftware installiert.

Donnerstag 10.6.:


Heute fuhren wir, wie schon vor zwei Wochen am 21. 5., zu einem Krankenhaus. Bei unserem ersten Besuch dort hatten wir die simple Aufgabe Windows 7 mit einer Volume Licence auf einem Fujitsu Notebook zu installieren und dies dem Kunden zu demonstrieren. Der Unterschied zwischen Volume Lizenzen und normalen Windows Lizenzen ist die Tatsache, dass man Volume Lizenzen bei Microsoft für eine bestimmte Anzahl von PCs erwerben kann und sich dann eine entsprechende CD mit der Vollversion von Windows bei Microsoft herunterlädt, welche man für die Installation von mehreren Rechnern verwenden darf. So benötigt man für die Einrichtung nur einen Datenträger und keine Lizenzschlüssel. In unserem Fall waren es 10 Notebooks, welche mit dem Betriebssystemen ausgestattet werden mussten. Da dies jedoch beim ersten Versuch, wegen des missglückten Downloads der CD nicht klappte, nahmen wir eines der Notebooks mit in die Firma, wo ich die Installations-CD erneut "downloadete" und mit dieser erfolgreich Windows 7 auf dem Notebook installierte. Außerdem spielte ich die Standartprogramme aber auch einige speziell vom Kunden gewünschte Software (Skype, ICQ) auf. Mit diesem Notebook fuhren wir nun heute wieder zum Krankenhaus. Dort viel Herrn Müller ein, dass man ein Image (genaues Abbild eines Datenträgers) der Festplatte des schon eingerichteten PCs auf einer externen HDD erstellen könnte und dieses einfach auf die anderen Notebooks übertragen könnte. Vorteile dieser Methode sind, dass alle extra aufgespielten Programme direkt und in gleicher Konfiguration vorhanden sind. Für die Umsetzung benötigte man jedoch z.B. das Backupprogramm Norton Ghost von Symantec. Dieses dient eigentlich der Datensicherung und hat die Funktion die Festplatte mit ihrer Struktur zu kopieren und so ein Image zu erstellen welches wir, wie schon erwähnt, einfach auf die anderen Notebooks überspielen mussten. Dieses Mal funktionierte alles und der Kunde konnte die restlichen Notebooks selbst einrichten.

Terminalserver

Mit Terminaldiensten bzw. Terminalservern ist die gemeinsame Nutzung von Programmen und Speicherrecourcen innerhalb eines Netzwerks möglich. Für solche Dienste gibt es wie für normale PCs Betriebssystemen und Anwendungsprogramme. Diese kommen meist in größeren Betrieben zum Einsatz.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile eines Terminalservers sind vielfältig: die Kosten für lokale Arbeitsplätze sind geringer, da nur eine Benutzerschnittstelle wie z.B. der Thin Client, an diesem vorhanden sein muss. Auch Anwendungs-oder Betriebsprogramme sind kostengünstiger wegen der einmaligen Anschaffung. Die Wartung ist stark vereinfacht. Es müssen nur Einstellungen auf dem zentralen Server vorgenommen werden. Außerdem kann, falls das Netzwerk mit dem Internet verbunden ist, per VPN (Virtual Private Network) von jedem Computer mit Internetzugang auf den Terminalserver zugegriffen werden.
Zu den Nachteilen muss man jedoch zählen, dass die Voraussetzung einer dauerhaften Verbindung zum Terminalserver Abhängigkeit von diesem schafft. Außerdem ist nicht jede Software mit dem Serverbetriebssystem kompatibel und die Hardwarekosten eines leistungsstarken Terminalservers sind hoch.

Thin Clients

Ein Thin Client (engl. wörtlich "dünner Dienstnutzer") ist ein Endgerät (Terminal) eines Netzwerks, welches nach dem Client-Server- Model aufgebaut ist. Es hat meist das Aussehen eines Minicomputers in der Form und Größe eines externen Laufwerks. Andere Modelle haben die Gestalt einer Steckdose und können wie diese in die Wand gesetzt werden, worin eine Verbindung zum Server verlaufen muss. An diesen Terminals muss ein DVI oder VGA Ausgang, zum Anschluss eines Monitors, ein Audio Ein-und Ausgang und ein paar USB Steckplätze vorhanden sein.
Die Aufgaben bzw. Funktionen des Thin Client ist die Ein-und Ausgabe von Serverdaten. Somit steht er zwischen den Modellen des Fat Clients, welcher zusätzlich Verarbeitet, und des Ultra Thin Clients, welcher nur dazu dient Daten auszugeben.
Es gibt für diese Modelle verschiedene Betriebssysteme bzw. Anwendungen, welche niedrigere Hardwareanforderungen als PCs haben. Thin Clients stellen eigentlich nur die Benutzerschnittstelle, die Datenverarbeitung erfolgt durch den Server. Die Eingaben werden über RDP (Remote Desktop Protocol) einem speziellen Protokoll an den Terminalserver gesendet.



Persönliches Fazit

Wenn ich auf die 4 Wochen zurückblicke denke ich, dass sich das Praktikum für mich in jedem Fall gelohnt hat, da ich sehr viele neue Erfahrungen gesammelt habe und die Arbeit mir Spaß machte. Außerdem habe ich viele neue aber vorallem nette und freundliche Menschen kennengelernt und mein Verhalten ihnen gegenüber und allgemein in einem Betrieb verbessert. Ein anderes Resultat war natürlich das Aneignen von nützlichem und interessantem Fachwissen.
Es wurde immer darauf geachtet, dass meine Aufgaben größtenteils abwechslungsreich sind. Auch konnte ich bei Unklarheiten ständig Fragen stellen oder mir bei Bedarf und bei genügend Zeit etwas erklären lassen, wozu man gern bereit war.
Ich bin froh, dass ich mich für diese Praktikumstelle entschieden habe und würde sie jederzeit weiterempfehlen.

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